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  Reiseberichte von Dani  
  19. November 2005  
 

Liebe Freunde,

Nach 12 Tagen auf See, möchte ich ihnen ein bisschen von unserem Rennen, inzwischen Abenteuer berichten. Nach einem vorsichtigen Start am Sonntag den 6.11.05 mit 35Kn Wind in der Nase und hohe Wellen haben wir uns am Montag an die Spitze unserer Klasse genähert. In der Nacht auf Dienstag, kurz vor Ouessant (das Kap Horn der Bretagne) inzwischen an dritter Stelle liegend vor Gifi, mussten wir gegen steile und kurze Wellen kreuzen mit Wind um 40Kn was einem Rodeo glich. Plötzlich sah ich Licht unter dem Trampolin und musste leider feststellen das es das Buglicht war.Wir hätten noch 2 Stunden aushalten müssen und dann wären wir über dem Berg oder Horn gewesen. Der Bugspriet aus Karbon (3 Meter lang), hat das nicht ausgehalten und wurde im Kampf gegen die Wellen abgeknickt und hing nun an den Drahtseilen unter dem Trampolin.Da es in der Gegend kaum ein Schutz gab, mussten wir nach Roscoff zurücksegeln und konnten an einer Boje festmachen. Mir der Trennscheibe haben wir alles abgesägt und neu verstagt, Freunde haben uns Diesel geholt und dann haben wir uns entschlossen doch weiterzumachen, wohlwissend,dass wir ohne Gennaker, Spi und TopGenua sehr handikapiert sein werden, sobald wir achterlicher Wind oder Flaute haben.Somit sind mit 40 Stunden Verspätung wieder gestartet.

In der Biskaya hatten wir 2 Tage Flaute und holten sogar das Gross runter um es von Wellengang zu verschonen. Dabei hat sich der Topschlitten vom Grossegel durch das bambeln gelöst, der grosse Bolzen fiel zum Glück auf die Brücke und nicht ins Wasser oder auf meiner Calibra Frontscheibe, sonst hätten wir definitif aufgeben müssen, aber
wir mussten den Schlitten oben wieder runter holen, somit habe ich den Pierre hochgezogen (22 M) und konnten so reparieren.

Als nächstes kam es entlang Portugal wo wir 35 Stunden lang 40 bis 50 Kn Wind und sehr hohe Wellen hatten. Es war ein Höllenritt, 15 Stunden ohne Segel, nur mit Mast und ca 2qm etwas ausgerollte Fock, hatten wir einmal 24,1 Kn Geschwindigkeit, es war wie auf einer Sprungschanze die man runtersaust und dann landet man unten voll in die Welle, wir kammen uns vor wie in einem UBoot nur noch Wasser über die Calibras die zum Glück dicht gehalten haben.Wir hatten beide wirklich Schiss in den Hosen, dabei galt es voll konzentriert mit dem Autopilot gerade aus zusteuern, sonst geht man baden wie es ein paar Trimarane der 60 Fuss Klasse passiert ist. Mehr als die Hälfte der Mehrrumpfboote sind Totalschaden.

Ab Gibraltar bis zu den Kanaren gab es nur noch mässiger Wind, meisten von hinten und ohne Vorsegel ist es frustierend zu segeln, wir müssen vor dem Wind kreuzen, damit wir ein bisschen Geschwindigkeit haben, aber das verlängt leider unsere Route dementsprechend.Die letzten 2 Tage hat man das Gefühl auf dem Genfersee zu sein und sucht nach jedem Lüftlein.Gestern mussten wir das Genua Fall ersetzen. Die Ruderanlage wurde härter, werde bei nächster Flaute tauchen müssen , um zu sehen
ob nicht ein Netz oder Tau in der Anlage hängt.Das Wasser ist inzwischen bei 20 Grad und wir segeln mit kurzer Hosen und Teeshirt und schmieren uns das Gesicht an. Dank der vielen Mails von Fans die uns unterstützen, können wir bei guter Laune weiter machen, aber es darf nicht mehr allzu lange dauern da wir nur für 22 Tage Essen vorgesehen haben, plus ein paar Röstis und Spaghettis als Reserven. Für die restlichen 2650 Meilen brauchen wir ca 13 Tage und hoffen gegen den 1. Dezember anzukommen, sonst müssen wir mit fischen anfangen, igid! Wir sind im Moment an vierter Stelle, aber
weit weg von der Spitze, es ist frustierend wenn man keine Gegner mehr hat, man kämpft nur noch für sich selbst. Heute hat uns eine Schulklasse aus Bordeaux ein Lied zur Victorinox auf dem Sateliten Telefon gesungen, es war sehr herzig wie die Klasse nach uns fiebert und uns täglich verfolgt.Sie bereiten nun ein Theaterstück vor, über unser Abenteuer.Dann folgen die vielen Mails die uns täglich Mut machen und die vielen Besuche auf meiner Homepage, bald 3000 allein im November, alles dies bestätigt mir, dass es richtig war, weiter zu machen und dieses Abenteuer bis zum glücklichen Ende in Bahia zu führen, wo uns eine kühle Caipirinia und meine liebe Frau erwartet.

Werde mich bei nächster Flaute aus dem Atlantik wieder melden

Ahoi zäme
Dany

Ihr könnt Mails an meiner Schwester schicken chr.monnier@bluewin.ch,
Sie wird sie dann gruppiert weiterleiten.

 
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