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Liebe Freunde,
Nach 12 Tagen auf See, möchte ich ihnen ein bisschen von unserem
Rennen, inzwischen Abenteuer berichten.
Nach einem vorsichtigen Start am Sonntag den 6.11.05 mit 35Kn Wind in
der Nase und hohe Wellen haben wir uns am Montag an die Spitze unserer
Klasse genähert.
In der Nacht auf Dienstag, kurz vor Ouessant (das Kap Horn der
Bretagne) inzwischen an dritter Stelle liegend vor Gifi, mussten wir
gegen steile und kurze Wellen kreuzen mit Wind um 40Kn was einem Rodeo
glich. Plötzlich sah ich Licht unter dem Trampolin und musste leider
feststellen das es das Buglicht war.Wir hätten noch 2 Stunden
aushalten müssen und dann wären wir über dem Berg oder Horn gewesen.
Der Bugspriet aus Karbon (3 Meter lang), hat das nicht ausgehalten und
wurde im Kampf gegen die Wellen abgeknickt und hing nun an den
Drahtseilen unter dem Trampolin.Da es in der Gegend kaum ein Schutz
gab, mussten wir nach Roscoff zurücksegeln und konnten an einer Boje
festmachen. Mir der Trennscheibe haben wir alles abgesägt und neu
verstagt, Freunde haben uns Diesel geholt und dann haben wir uns
entschlossen doch weiterzumachen, wohlwissend,dass wir ohne Gennaker,
Spi und TopGenua sehr handikapiert sein werden, sobald wir
achterlicher Wind oder Flaute haben.Somit sind mit 40 Stunden
Verspätung wieder gestartet.
In der Biskaya hatten wir 2 Tage Flaute und holten sogar das Gross
runter um es von Wellengang zu verschonen. Dabei hat sich der
Topschlitten vom Grossegel durch das bambeln gelöst, der grosse Bolzen
fiel zum Glück auf die Brücke und nicht ins Wasser oder auf meiner
Calibra Frontscheibe, sonst hätten wir definitif aufgeben müssen, aber
wir mussten den Schlitten oben wieder runter holen, somit habe ich den
Pierre hochgezogen (22 M) und konnten so reparieren.
Als nächstes kam es entlang Portugal wo wir 35 Stunden lang 40 bis 50
Kn Wind und sehr hohe Wellen hatten. Es war ein Höllenritt, 15 Stunden
ohne Segel, nur mit Mast und ca 2qm etwas ausgerollte Fock, hatten wir
einmal 24,1 Kn Geschwindigkeit, es war wie auf einer Sprungschanze die
man runtersaust und dann landet man unten voll in die Welle, wir
kammen uns vor wie in einem UBoot nur noch Wasser über die Calibras
die zum Glück dicht gehalten haben.Wir hatten beide wirklich Schiss in
den Hosen, dabei galt es voll konzentriert mit dem Autopilot gerade
aus zusteuern, sonst geht man baden wie es ein paar Trimarane der 60
Fuss Klasse passiert ist. Mehr als die Hälfte der Mehrrumpfboote sind
Totalschaden.
Ab Gibraltar bis zu den Kanaren gab es nur noch mässiger Wind, meisten
von hinten und ohne Vorsegel ist es frustierend zu segeln, wir müssen
vor dem Wind kreuzen, damit wir ein bisschen Geschwindigkeit haben,
aber das verlängt leider unsere Route dementsprechend.Die letzten 2
Tage hat man das Gefühl auf dem Genfersee zu sein und sucht nach jedem
Lüftlein.Gestern mussten wir das Genua Fall ersetzen. Die Ruderanlage
wurde härter, werde bei nächster Flaute tauchen müssen , um zu sehen
ob nicht ein Netz oder Tau in der Anlage hängt.Das Wasser ist
inzwischen bei 20 Grad und wir segeln mit kurzer Hosen und Teeshirt
und schmieren uns das Gesicht an.
Dank der vielen Mails von Fans die uns unterstützen, können wir bei
guter Laune weiter machen, aber es darf nicht mehr allzu lange dauern
da wir nur für 22 Tage Essen vorgesehen haben, plus ein paar Röstis
und Spaghettis als Reserven. Für die restlichen 2650 Meilen brauchen
wir ca
13 Tage und hoffen gegen den 1. Dezember anzukommen, sonst müssen wir
mit fischen anfangen, igid! Wir sind im Moment an vierter Stelle, aber
weit weg von der Spitze, es ist frustierend wenn man keine Gegner mehr
hat, man kämpft nur noch für sich selbst. Heute hat uns eine
Schulklasse aus Bordeaux ein Lied zur Victorinox auf dem Sateliten
Telefon gesungen, es war sehr herzig wie die Klasse nach uns fiebert
und uns täglich verfolgt.Sie bereiten nun ein Theaterstück vor, über
unser Abenteuer.Dann folgen die vielen Mails die uns täglich Mut
machen und die vielen Besuche auf meiner Homepage, bald 3000 allein im
November, alles dies bestätigt mir, dass es richtig war, weiter zu
machen und dieses Abenteuer bis zum glücklichen Ende in Bahia zu
führen, wo uns eine kühle Caipirinia und meine liebe Frau erwartet.
Werde mich bei nächster Flaute aus dem Atlantik wieder melden
Ahoi zäme
Dany
Ihr könnt Mails an meiner Schwester schicken chr.monnier@bluewin.ch,
Sie wird sie dann gruppiert weiterleiten.
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